Heinrich von Kleist Nr. 6

Kleists Käthchen von Heilbronn ist ein zutiefst romantisches Stück, das Käthchen liebt voller Hingabe den edlen Ritter, der für sie unerreichbar ist. Trotzdem ist sie bereit, sich für diese große Liebe zu opfern und aufzugeben. Damit bildet die junge Frau aus Heilbronn einen echten Gegenpol zur stolzen Amazonenkönigin Penthesilea.
Heinrich von Kleist hingegen bezeichnet die zwei Frauen in einem Brief an Heinrich J. von Collin als das Plus und Minus der Algebra, als ein und dasselbe Wesen, nur unter entgegengesetzten Beziehungen gedacht. Das wirft die Frage nach Kleists Frauenbild auf. Und der Blick auf das Horoskop zeigt diese Widersprüchlichkeit seines Frauenbildes.

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Heinrich von Kleist, 18. Oktober 1777, 1.00 Uhr (LMT), Frankfurt an der Oder, D
Datenquelle: Gutachten von Hugo Lindenberg aus dem Jahre 1958

Die Venus als archetypisches Bild der Frau im Horoskop eines Mannes steht im Zeichen Jungfrau und bildet Quadrate zum Uranus und zum Schütze-Mars, der Mond als weitere Facette des weiblichen Prinzips steht erhöht im Zeichen Stier.
Freiheitsliebend und unkonventionell sollen sie also sein, die Frauen Kleists, dabei jedoch zugleich konventionell, praktisch veranlagt, alltagstauglich und aber auch sinnlich sein. Dieser potentielle Zwiespalt lässt sich zumindest dramaturgisch leicht lösen, indem unvereinbare Venus-Attribute auf zwei Frauen verteilt werden, in diesem Falle auf Käthchen (der Stier-Jungfrau-Aspekt) und Penthesilea (die uranischen Facetten).

Penthesilea wird heute im Schauspielhaus Bochum gezeigt, mehr dazu in den nächsten Tagen!