Es war einer der größten Arbeitskämpfe, die in der Bundesrepublik Deutschland jemals geführt wurden. Am 26. November 1987 hatte die Belegschaft des örtlichen Krupp-Werkes erfahren, dass der Standort Rheinhausen “platt gemacht” werden sollte.
Am 10. Dezember besetzten Krupp-Arbeiter die Rheinbrücke und rund 100.000 Stahlarbeiter und Bergleute im gesamten Ruhrgebiet streikten ebenfalls. Sie blockierten die Autobahnen und legten den gesamten Verkehr im westlichen Ruhrgebiet lahm. Eine Reihe großer Demonstrationen gegen die Schließung des Hüttenwerks folgten, monatelange Mahnwachen begleiteten diesen Arbeitskampf eines ganzen Stadtteils. Rheinhausen wurde zum Synonym für Stahlkrise.

Die Brücke der Solidarität in Duisburg-Rheinhausen
Die besetzte Rheinbrücke wurde von den Streikenden umbenannt, in Brücke der Solidarität. Später übernahm die Stadt Duisburg den neuen Namem offiziell. Im Februar 1988 fand im alten Walzwerk das AufRuhr-Festival statt. Das Motto: “Wir lassen Euch nicht allein, um`s Verrecken nicht!”
Herbert Grönemeyer, Ulla Meinecke, Bernies Autobahn-Band, Die Toten Hosen, Anne Haigis und viele andere traten auf, um die Stahlkumpel zu unterstützen.

Plakat des AufRuhr-Festivals
Das Hütten-Werk wurde trotzdem geschlossen, wenn auch etwas später, nämlich im Jahr 1993. Aber der Blick war einen Winter lang auf Duisburg und das Ruhrgebiet gerichtet. Und heute sind nicht wenige Menschen der Meinung, dass der Strukturwandel im Revier auch ein Ergebnis dieser Demonstrationen sei. Immerhin hatte die Ruhrgebietskonferenz vom 24. Februar 1988 unter dem Eindruck der Ereignisse Finanzspritzen in der Höhe von insgesamt 900 Mill. DM zugesichert, um neue krisensichere Arbeitsplätze zu schaffen.
Und hier nun das Horoskop des Stahlaktionstages, bemerkenswert sind vor allem zwei Konjunktionen, Saturn und Uranus im Zeichen Schütze mit zulaufender Sonne in Haus 10 sowie Mars, der auf Skorpion-Pluto zuläuft.

Wir streiken, 10. Dezember 1987, 12.00 Uhr (MEZ), Duisburg, D