Heinrich von Kleist Nr. 2

Eine tiefe Kränkung erlebte der junge Kleist, als er im Januar 1808  seine Penthesilea an den großen Johann Wolfgang von Goethe schickte. Der antwortete umgehend in einem Brief vom 1. Februar, dass er sich mit diesem Stück nicht anfreunden könne.
Vermutlich war die Neufassung des Amazonen-Mythos à la Kleist für den schöngeistigen Goethe zu barbarisch. Bekanntlich hatte der ja seine Venus im Zeichen der Waage und einen Mond im empfindlichen Zeichen Fische.

Kleist befand sich mit diesem Verriss jedoch in bester Gesellschaft,  viele junge Autoren wurden damals vom Dichterfürsten harsch kritisiert.

Friedrich Hölderlin etwa war Goethe viel zu überspannt und subjektivistisch und deshalb empfahl er dem sensiblen Nachwuchs- Künstler 1797, anstelle der pathetischen Oden im hohen Ton doch besser kurze Gedichte über alltägliche Dinge zu schreiben.

Im Teil 5 dieser kleinen Artikel-Reihe zu Heinrich von Kleist wird erzählt, dass es Goethe noch ein weiteres Mal gelang, den jungen Dramatiker sehr zu verärgern.