Tibets Schätze

Letztes Jahr in der Villa Hügel in Essen, jetzt in Berlin im Museum für Asiatische Kunst: eine Ausstellung mit Schätzen aus tibetischen Klöstern, die bereits im Vorfeld hier wie da heftige Proteste hervorrief. Die Kritik ist sinnvoll, legitim und berechtigt, denn Themen wie die Okkupation Tibets durch die Chinesen, die Zerstörung zahlreicher Klöster in den letzten 40 Jahren und aktuelle Menschenrechtsver- letzungen bleiben ausgeklammert.

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Vier Medizinbuddhas

Sakrale Gegenstände, Statuen, Bilder und Schriften werden also im luftleeren, politikfreien Raum präsentiert. Nichts desto trotz bietet die Schau Einblick in die religiöse Praxis und das Weltbild des tibetischen Buddhismus. Die Aura der Objekte ist spürbar und so schoben sich im vergangenen Herbst die Besuchermassen friedlich-staunend und in relativer Stille durch die Hallen der Villa auf dem Hügel.

Dass Buddhismus mit politischem Bewusstsein einhergehen kann, zeigen zahlreiche Initiativen, Schulen und Projekte. So gilt Sylvia Wetzel mit ihrer Synthese von Feminismus und Tara-Praxis als eine Pionierin des Buddhismus im Westen. Deshalb freue ich mich ganz besonders auf die Veranstaltungen zur Tara-Praxis in Bochum am Freitag und Samstag. Mehr Informationen finden Sie hier und da.