Himmelsforscher und Sternenkundige

Die Ursprünge der westlichen Astrologie sind in Mesopotamien zu suchen, dem Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris. Bereits 700 Jahre vor Christi Geburt wurden Sonnen- und Mondfinsternisse dort genau beobachtet und aufgezeichnet. Außerdem kannten die Babylonier schon um 1500 v. Chr. den Venus-Zyklus und verehrten den hell leuchtenden Morgen- und Abendstern in Gestalt der Göttin Innana.

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Babylonischer Tierkreis

Zwei Keilschrift-Tafeln, nach ihren Anfangsbuchstaben Mul.Apin genannt, bezeugen das gesammelte astronomische Wissen der Babylonier. 34 Fixsterne mit ihren Aufgangszeiten am östlichen Himmel werden aufgelistet und als Omen für gesellschaftlich-politische Ereignisse gedeutet. Außerdem findet man einzelne Sternenbilder, die als Vorläufer der 12 Tierkreiszeichen gelten können, der babylonische Tierkreis ist jedoch siderisch.

Bis zur Konstruktion des tropischen Tierkreises sollten noch einige hundert Jahre ins Land gehen. So wird das heutige Tierkreiszeichen Jungfrau im Gilgamesch-Epos, der großen Dichtung der Sumerer,  als Sternenbild der Ähre erwähnt. Und Jungfrau-Ähre ist eines der größten Sternbilder am Himmel, zugleich die Heimat des Fixsterns Spica, der heute aufgrund der Präzession bei ca. 22 Grad Waage liegt. 

Spicas Wirkung hat der griechische Astrologe Claudius Ptolemäus  beschrieben, Spica schenkt Erfolg, Berühmtheit, Reichtümer, eine süße Neigung, Liebe für Kunst und Wissenschaft, aber leider auch Ungerechtigkeit gegenüber Unschuldigen.
Wer Ptolemäus war und was er sonst noch so alles geschrieben hat, wird hier in den Neptunwelten demnächst erzählt. Bleiben Sie also dran und schauen öfter mal vorbei!