Pluto in Steinbock

Am 26. Januar wechselt Pluto von Schütze in Steinbock. Es war gar nicht so einfach, den genauen Zeitpunkt dieses Zeichen-Wechsels herauszufinden. Die Angaben in verschiedenen Ephemeriden unterscheiden sich um rund zwei Stunden. Letztendlich habe ich mich auf die Rechenroutinen des Astrodienst in Zürich verlassen, um das Ingresshoroskop zu erstellen.

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Pluto-Ingress, 26. Januar 2008, 3.40 Uhr (MEZ), Bochum, D
Datenquelle: Berechnungs-Service des Astrodienst Zürich

Bekanntlich wurde Pluto im August 2006 von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) zum Zwergplaneten degradiert. Schon 1951 hatte der niederländische Astronom Gerard Kuiper am Rande unseres Sonnensystems einen ganzen Schwarm von Miniplaneten vermutet, mittlerweile sind über 1000 Kuiper-Belt-Objects (KBO) aufgespürt worden, darunter Sedna und Quaoar, die in etwa die Größe von Pluto haben. Zur Erinnerung, Plutos Durchmesser beträgt 2340 km. Ungefähr die Landfläche von Russland hätte auf diesem Kleinplaneten Platz.

Bislang wissen die Astronomen wenig über den Planetenzwerg, der trotz der neuen IAU-Definition natürlich weiter zur Planetenfamilie gehört. Nicht nur deshalb schickte die NASA im Januar 2006 eine Forschungssonde mit dem Namen „New Horizons“ auf den weiten Weg zu Pluto. Aufgrund der Entfernung wird der Roboter aber erst 2015 an der Außengrenze unseres Planetensystems ankommen.

Schon die Entdeckungsgeschichte von Pluto ist ziemlich spannend. Er wurde nämlich nicht, wie etwa Neptun und Uranus zuvor, durch Fernrohre gesichtet. Mit Hilfe einer Apparatur der Firma Zeiss in Jena fotografierten Astronomen einzelne Abschnitte des Tierkreises in Abständen von mehreren Tagen, um die Platten anschließend übereinander zu legen und von unten zu belichten, so konnten sich bewegende Körper durch ein Blinken sichtbar gemacht werden. 

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Fotoplatte vom 23. Januar 1930

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Fotoplatte vom 29. Januar 1930

Mit den Platten vom 23. und vom 29. Januar 1930 fand Clyde W. Tombaugh dann den neuen Planeten. Die Uhrzeit ist überliefert, so dass ein Horoskop für die Entdeckung Plutos erstellt werden kann. Und die ausführliche Geschichte dieser Entdeckung beschreibt der Astrologe Peter Orban in seinem Buch über Pluto, übrigens nach wie vor die beste aller Abhandlungen zum Thema.

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Plutos Entdeckung: 18. Februar 1930, 16.00 Uhr (MST), Flagstaff, USA
Datenquelle: Peter Orban in „Pluto – Über den Dämon im Inneren unserer Seele“

Was aber passiert, wenn Pluto nach rund 13 Jahren im Schützen nun erneut das Zeichen wechselt? Manche Esoteriker (und nicht nur die allein) befürchten einen Zusammenbruch der politischen und wirtschaftlichen Systeme, andere fürchten den Ruf nach einem starken Mann, einer Autorität, der man zutraut, die chaotischen Begleiterscheinungen der Globalisierung in den Griff zu bekommen. Doch auch ein Pluto im Steinbock birgt viele Möglichkeiten und Chancen für persönliches und gesellschaftliches Wachstum, für konstruktive Veränderungen.

Zwei gute Artikel, die sich auf differenzierte Art und Weise mit den Herausforderungen und Chancen dieser Konstellation beschäftigen, habe ich aus dem Netz gefischt. Petra Dörfert stellt ihre Sichtweise auf der Homepage der DAV-Regionalstelle Berlin online, Gabriele Illing untersucht ausführlich markante historische Veränderungen während der letzten zwei Plutozyklen.

Und wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, welche Bedeutung der Pluto-Zeichenwechsel für das Kollektiv und den Einzelnen haben kann, schauen Sie doch heute Abend in Bochum vorbei, um 19 Uhr beginnt mein Vortrag wie gewohnt am IAG Bochum.