Tragic Love?

Auch wenn die Fische-Zeit vorbei ist: dieses kleine Kunstwerk mit dem Titel „Tragic Love“ bekam ich zum Geburtstag geschenkt. Und weil es so gut in die Neptunwelten passt, möchte ich es den Leserinnen und Lesern zeigen.

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Auf humorige Art und Weise wird hier dargestellt, was passiert, wenn der Fische-Mensch im Konflikt zwischen Idealismus und den Notwendigkeiten der irdischen Realität aufgerieben wird. Auf alten Darstellungen des Fische-Zeichens, so wie im Glasfenster der Kathedrale zu Chartres, sind immer zwei Fische zu sehen, die in entgegengesetzte Richtungen schwimmen, aber dennoch miteinander verbunden sind. Symbolisch wird damit ausgedrückt, dass eine Seite des Fische-Menschen immer sehr nahe am Göttlichen lebt, während die andere Seite wie jeder Mensch die harte Realität bewältigen muss. Diesen Gegensatz muss jede/r Fischegeborene bewältigen und dabei lernen, in beiden Welten zuhause zu sein, ohne eine Seite der anderen zu opfern.

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Friedrich Hölderlin beschreibt das Dilemma der Fische aus der Perspektive des Scheiterns. Sein Gedicht „Hyperions Schicksalslied“ inszeniert den uralten Fische-Konflikt als unüberwindbare Kluft zwischen dem göttlichem Genius und den leidenden Menschen auf der Erde .

Die Verbindung zwischen Himmel, auch Paradies genannt, und der alltäglichen, konkreten Wirklichkeit kann aber  gelingen. Dazu bedarf es zuallererst der Muße. Muße entsteht durch regelmäßigen Rückzug und indem wir den Zustand des absichtslosen Nichts-Tuns pflegen. Also das, was die Jugend von heute gepflegtes Chillen nennt 😉 oder etwas altmodischer „die Seele baumeln lassen“.