Gerhard Mercator, ein Astrologe im Ruhrgebiet

Der 500. Geburtstag von Gerhard Mercator wird in diesem Jahr in Duisburg gefeiert. Die von Finanz- und anderen Nöten geplagte Stadt hat leider ein großartiges Projekt zum Jubiläumsjahr frühzeitig gecancelt.

Ein paar Veranstaltungen und Ideen sind übriggeblieben. Infos gibt es auf einer extra eingerichteten Seite.

Gerhard Mercator

Doch wer war Gerhard Mercator? Und warum ist dieser Universalgelehrte, der in Belgien geboren wurde und lange in Duisburg lebte, für die Astrologie interessant?

In der Wikipedia wird Mercator als Ptolemäus des Mittelalters bezeichnet, jedoch nicht wegen seiner astrologischen Kenntnisse, sondern auf Grund der Landkarten, die er erstellte. Claudius Ptolemäus wiederum war nicht nur Astrologe, sondern auch Geograf und zeichnete die damals bekannte Welt und ihre Bewohner.

Gerhard Mercator wurde nach dem julianischen Kalender am 5. März 1512 geboren.[1]

Horoskop Gerhard Mercator

Gerhard Mercator, 15. März 1512, 6.09 Uhr (LMT), Rupelmonde, B
Datenquelle: Astrodatabank mit einem B-Rating

Betrachtet man sein Horoskop, so fällt auf, dass die Stellungen der äußeren Planeten der aktuellen Zeitqualität sehr ähnlich sind. Pluto befindet sich auf den letzten Graden im Zeichen Schütze, Neptun im Wassermann und Uranus steht schon im Widder.

Und tatsächlich war das 16. Jahrhundert eine Zeit des Umbruchs und der tiefgreifenden Veränderungen.

Luthers 95 Thesen brachten die Reformation, Erfindungen wie der Buchdruck oder die mechanische Uhr veränderten das Leben, hinzu kamen neue Entdeckungen. Kolumbus fand Amerika und Kopernikus begriff als Erster, dass die Sonne im Mittelpunkt des Planetensystems steht.

In diesem Jahrhundert des Wandels war es Mercators große Leistung, das Kartenmaterial von Ptolemäus zu überarbeiten und den neuen Erkenntnissen anzupassen.[2] Geometrie und Mathematik musste er, der Sohn eines Schusters, erst mühselig lernen.

Ein rückläufiger Saturn Anfang Skorpion hat ihn dabei wohl unterstützt.

Mercator-Projektion

1569, also im Alter von 57 Jahren, während der zweiten Saturn-Wiederkehr, entwickelte er die Mercator-Projektion, mit der er weltberühmt wurde. Es gelang ihm, die Oberfläche der Erdkugel zweidimensional als Landkarte so abzubilden, dass mit seinen Karten navigiert werden konnte. Noch heute wird seine Methode für die Erstellung von Landkarten genutzt.

Bereits 1541, zum Zeitpunkt der ersten Saturn-Wiederkehr, baute Mercator einen ersten Erdglobus. Zehn Jahre später fertigte er komplementär den ersten Himmelsglobus. Erd- und Himmelskugel wurden seither immer als Paare verkauft. Es ist anzunehmen, dass sich Mercator für den Bau der Himmelskugel mit allen Techniken zur Vermessung des Himmels beschäftigt hat.

Glaubt man den überlieferten Quellen, so war Gerhard Mercator auch Astrologe. Das ist nicht verwunderlich, denn im ausgehenden Mittelalter waren Astronomie und Astrologie noch nicht getrennt. Das wird aber sicher bei den Feierlichkeiten zum Mercator-Jahr 2012 unter den Teppich gekehrt.

Doch die Astrologinnen und Astrologen im Ruhrgebiet können sich über einen berühmten Vorfahren freuen. Vermutlich war die Duisburg Ende des Mittelalters sogar ein Szenetreff für Astrologen. Mercator war nämlich mit dem berühmten John Dee befreundet. Der englische Mathematiker, Astrologe und Berater der Königin besuchte Gerhard Mercator mehrere Male und die Beiden diskutierten eifrig über den Zusammenhang von „oben“ und „unten“.

P.S. Mit seiner Sonne und Jupiter im Zeichen Fische und einem Fische-Aszendent passt Gerhard Mercator natürlich bestens in die Horoskope-Sammlung der Neptunwelten.

Anmerkungen

 1 Das entsprechende gregorianische Datum ist der 15. März. An der Wende zur Neuzeit gab es bekanntlich eine Kalenderrefom. Papst Gregorius XIII. und seine Experten setzen sie 1582 in Kraft. Da viele Astrologie-Programme nicht automatisch zwischen den beiden Kalendern unterscheiden, muss man bei der Berechnung von Horoskopen aus früheren Jahrhunderten Vorsicht walten lassen.

 2 Durch die Entdeckung des Kolumbus und weitere Seereisen wurde deutlich, dass die Kontinente, so wie sie Ptolemäus auf seinen Karten gezeichnet hatte, nicht wirklichkeitsgetreu dargestellt waren.