Halloween, Hades, Persephone und der Granatapfel

Halloween gilt allgemein als eine Erfindung der Amerikaner, doch die Wurzeln reichen viel tiefer. Die alten Kelten feierten Halloween als Samhain, es war eins der vier großen Feste im Jahreskreislauf. Vom 31. Oktober bis zum 2. Februar, das die Kelten als Imbolc und die Christen als Maria Lichtmess feierten, ist in unseren Breitengraden die dunkle Zeit des Jahres.

Demzufolge sind die Tore zur Unterwelt an Halloween geöffnet und da die griechische Unterwelt von Hades regiert wird, gibt es selbstverständlich auch im griechischen Mythos eine Geschichte, die den Untergang der lichten Kräfte und ihre Bedeutung für unsere Seelenlandschaft illustriert.

Kurz zusammengefasst raubt Hades die schöne Persephone und entführt sie in die Unterwelt. Die Mutter von Persephone ist die Erdgöttin Demeter, sie sucht ihre entführte Tochter überall auf der Erde und erfährt von Hekate, einer Unterweltgöttin, dass sie geraubt wurde.

Ihr Kummer über den Verlust führt dazu, dass die Erde vertrocknet, denn als Erdgöttin befiehlt sie den Pflanzen, nicht mehr zu wachsen. So müssen die Götter des Olymp zusammenkommen und beratschlagen.

Am Ende der Sitzung wird die Entscheidung getroffen, dass Persephone einen Teil des Jahres in der Unterwelt verbringt, nämlich die kommenden Monate und den Rest der Zeit im Licht der Sonne, in der oberen Welt, verbringen darf. Besonders interesant ist die Begründung, warum Persephone ein Drittel des Jahres bei ihrem Entführer Hades bleiben soll.

Granatapfel

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Während der Zeit in der Unterwelt hat Persephone die Kerne des Granatapfels gegessen. Einem alten Gesetz zufolge darf niemand, der von der Speise der Toten gegessen hat, dauerhaft in der Oberwelt bleiben. Wer die Mythen der alten Griechen als Bilder lesen kann, weiß den Granatapfel als eine Frucht der Unterwelt einzuordnen.

Die Unterwelt, der Hades, ist eine Metapher für das Dunkle, für das Unbewusste und mit Blick auf den menschlichen Körper für den Unterleib und die Sexualorgane.

Und nun wird es interessant: Die Kerne der Granatäpfel enthalten neben vielen anderen Wirkstoffen pflanzliche Hormone, sogenannte Phytoestrogene. Sie sind hilfreich bei Wechseljahres-Beschwerden. Bekanntlich sinkt die Östrogenproduktion in dieser Zeit und der Mangel an Östrogenen kann eine Vielzahl von Symptomen nach sich ziehen. Der Granatapfel und seine Kerne sind Frauen in dieser Phase ihres Lebens also unbedingt zu empfehlen.

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viel Wahrheit in den alten Geschichten enthalten ist.