Skorpion und die Unterwelt

Der spanische Maler Ulpiano Checa hat „El rapto de Proserpina“ gemalt. Sein Bild zeigt, wie Pluto auf seinem Wagen mit den schwarzen Pferden Persephone in die Unterwelt entführt.

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Pluto ist der Skorpionplanet und morgen beginnt die Skorpionzeit, die uns jedes Jahr, mal mehr und mal weniger abrupt, mit zunehmender Dunkelheit konfrontiert.

In unseren Breitengraden erleben wir, wie die wärmende Kraft der Sonne von Tag zu Tag weiter nachlässt. Die Tage enden früh. Jetzt ist eine gute Zeit, um in die Unterwelt hinabzusteigen und uns mit der dunklen Seite der Macht zu konfrontieren. Jetzt können wir die Schattenwelten besonders gut erkennen.

Gleichzeitig erinnert uns die Skorpionzeit an den Tod, an das unausweichliche Ende aller irdischen Dinge und an deren Vergänglichkeit. Wir erinnern uns an die Verstorbenen, wenn wir Allerheiligen und Allerseelen feiern. Es ist eine gute Zeit, um die Ahnen zu würdigen oder den Tod als Tabuthema in unserer Gesellschaft zu untersuchen.

Wie alle archetypischen Bilder ist das Bild des Todes symbolisch und umfassend zu verstehen. Sterben meint nicht nur das Ende unseres physischen Lebens. Ähnlich wie die Blätter im Herbst von den Bäumen fallen und zu Kompost werden können, lassen wir Dinge und Beziehungen zu anderen Menschen los, nehmen Abschied und suchen neue Wege.

Das „Feng Shui des Entrümpeln“ ist bei genauer Betrachtung ein Skorpionprozess. Wer den Keller oder die Ecken im Zimmer leerräumt, weiß um die heilende Kraft des Loslassens und um den neuen Raum, der entsteht. Dieser Prozess kann im Außen, aber auch im eigenen Innern vollzogen werden.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern eine fruchtbare Skorpionzeit und viel Kraft und Mut für anstehende Veränderungen.

P.S. Proserpina ist der lateinische Name für Persephone,