Skorpion und Schütze

In der Skorpionzeit wird an die Verstorbenen gedacht. Feiertage wie Buß- und Bettag, Allerheiligen, Allerseelen oder der Volkstrauertag gehören zum tristen Monat November. Auch Halloween war ursprünglich ein Fest, um das dunkle Reich des Hades zu betreten, denn zu Halloween sind die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits durchlässig.

Skorpion-Horoskop

Skorpion ist das geheimnisvolle Stirb- und Werdeprinzip der Astrologie. Geheimnisvoll, denn wer weiß schon, was nach dem Tod passiert? Die Tibeter glauben, dass die Seelen der Verstorbenen eine ganze Weile brauchen, um sich vom Körper zu lösen. Das tibetische Totenbuch enthält Gebete, damit der Geist das klare Licht erkennen kann.

In der katholischen Kirche wird sechs Wochen nach dem Tod ein Seelenamt gefeiert. Die Zeitspanne ist angelehnt an die Dauer der vierzigtägigen Fastenzeit, einer Zeit der Besinnung und Zurückgezogenheit. Gleichzeitig markiert das Seelenamt ein Ende der ersten Trauerphase der Hinterbliebenen.

Heute vor 20 Jahren starb meine verehrte Lehrerin Olga von Ungern-Sternberg. Sie ist abends gegen halb acht friedlich eingeschlafen, zwei Tage vor ihrem 102. Geburtstag. In den Tagen nach ihrem Tod war sie in ihrer Wohnung an der Bochumer Kortumstraße aufgebahrt. Freunde und Patienten konnten Abschied so von ihr nehmen.

Ich habe in einer dieser Nächte einige Stunden mit ihr alleine verbracht und versucht zu verstehen, was mit uns passiert, wenn das Leben vorbei ist. Doch bis heute sind Anfang und das Ende des Lebens für mich ein tiefes Geheimnis.

Astrologisch gesehen folgt auf den Skorpion das Zeichen Schütze. Hier wird ein Licht in der Dunkelheit angezündet. Der Adventskranz mit seinen vier Kerzen steht für die vier Wochen bis Weihnachten. Nun ist es die Hoffnung, die uns durch die dunklen Stunden trägt. Die Hoffnung nämlich, dass mit der Wintersonnenwende der tiefste Punkt erreicht ist und das Licht wiederkehren wird.

Wohl dem, der um dieses innere Licht weiß und bei all der vorweihnachtlichen Hektik ein Gespür für die besondere Atmosphäre in diesen Wochen entwickelt. Hier im Ruhrgebiet wird am 4. Dezember das Licht in der Dunkelheit besonders gewürdigt.

Es ist der Namenstag der heiligen Barbara. Sie ist die Schutzheilige der Bergleute, die mit ihren Grubenlampen in die dunklen Schächte unter der Erde eingefahren sind.

In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern ein herzliches Glückauf zur Schützezeit, die heute morgen um kurz nach vier Uhr begonnen hat.

Über den Entdecker von Chiron

Letztens jährte sich die Entdeckung des Asteroiden Chiron. Am 1. November vor 40 Jahren wurde er von Charles Thomas Kowall gesichtet, bekam seinen Namen. Und spielt heute für viele Astrologen eine wichtige Rolle bei der Deutung des Horoskops.

Chiron, der Zentaur

Was mich betrifft, so bin ich puristisch veranlagt und verzichte auf Chiron (und Lilith) im Horoskop. Die zehn Planeten von Sonne bis Pluto bieten genug Stoff, um ein Radix zu deuten. Natürlich werde ich als Astrologie-Lehrerin dennoch immer mal wieder gefragt, was Chiron bedeutet und Weiterlesen →

Was sind 3D-Horoskope?

Horoskope werden heute üblicherweise am Computer berechnet und ausgedruckt. Vielen Kunden, die zum ersten Mal zu einer astrologischen Beratung kommen, erkläre ich, dass die Horoskopzeichnung ein dreidimensionales Geschehen im Raum abbildet.

Die Bewegung der Gestirne entlang der Ekliptik, der Blick in den Himmel vom Geburtsort aus, die vier Himmelsrichtungen, all diese Informationen sind in Form von grafischen Symbolen im Horoskop enthalten. Das Mittelalter kannte Armillarsphären, Astrolabien und astronomische Uhren, um die Vermessung des Himmels anschaulich darzustellen. Weiterlesen →

Astrologie in einer Krimödie

Heute Abend und an den kommenden Abenden ist meine Freundin Brenda alias Lotte Minck auf Lesetour im Ruhrgebiet. Sie stellt ihr neues Buch „Mausetot im Mausoleum“ vor. Es ist der neunte Band mit Loretta Luchs, der sympathischen Heldin, die immer wieder über Leichen stolpert und – oft unfreiwillig – zur Lösung der Kriminalfälle beiträgt.

In diesem Band passiert etwas, das jedes Astrologenherz erfreut: Loretta hat großen Liebeskummer und bekommt von ihren Freundinnen eine astrologische Beratung geschenkt. So landet sie, als Skeptikerin par excellence, bei Stella Albrecht, einer Astrologin, die ihr zunächst einmal den Unterschied zwischen Zeitungsastrologie und psychologischer Astrologie erklärt.

Im Dialog von Loretta und Stella wird deutlich, was Astrologie ist und sein kann: Weiterlesen →

Hallo Herbst 2017

Das Horoskop von Hermann Hesse verbloggte ich vor zehn Jahren schon einmal. Passend zum Herbst, der melancholischen Jahreszeit, gibt’s zum Wochenbeginn ein Gedicht von Hesse, das die Planetenkräfte von Neptun und Saturn-Mond bildhaft in Szene setzt.

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein. Weiterlesen →

Astrologie und die Externsteine

Am Tag des offenen Denkmal bin ich mit der laufenden Astrologie-Ausbildung zu den Externsteinen gefahren. Die Idee zu einem Ausflug entstand in der Gruppe, als Peter, einer der Teilnehmer, erzählte, dass er dort öfter hinfährt. Da mein letzter Besuch dieser alten Kultstätte einige Jahrzehnte zurückliegt, war ich ebenso wie der Rest unserer Astrogruppe gespannt darauf, diesen magischen Ort wiederzusehen.

Die Ausstellung zu den Externsteinen vor Ort bietet wenig Information zur Bedeutung der Steine für die Himmelsbeobachtung in früheren Jahrtausenden. Das ist schade, zumal eine neue Untersuchung der westfälischen Sternwarte in Recklinghausen Weiterlesen →

Der Zauber des Anfangs

Am ersten Oktoberwochenende vom 6. bis 8. Oktober 2017 findet in Würzburg der jährliche Kongress des Astrologenverbandes (DAV) statt.

Das Motto zum Jubiläumskongress, der DAV wird 70 Jahre alt, ist dem Gedicht Stufen von Hermann Hesse entnommen „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“.

Der Zauber des Anfangs zeigt sich astrologisch am Aszendenten. Doch jeder Neubeginn im Leben, alles, was neu anfängt, birgt in sich einen Anfangs-Zauber, den es zu gestalten gilt. Meine Kollegin Petra und Niehaus Weiterlesen →

Das Astrologie-Hotel in Sydney

Meiner liebenswürdigen Kollegin Kirsten Buchholzer verdanke ich den Hinweis auf das weltweit erste Astrologie-Hotel. Es liegt leider sehr weit entfernt, im australischen Sydney.

Da eine Teilnehmerin der neuen Astrologie-Ausbildung kürzlich für ein paar Wochen in Australien unterwegs war, kann ich jetzt berichten, dass es dort für jedes Sonnenzeichen eine eigene Teesorte und eigene „door cards“ sowie „check-in cards“ gibt. Weiterlesen →

Astromedizin-Treffen in Berlin-Mitte

Wie schnell die die Zeit wieder vergeht. Anfang Juni war ich in Berlin, um am Treffen der Astromediziner im Astrologenverband teilzunehmen. In der schönen Praxis von Birgit Böhmig trafen wir uns am 10. Juni in einer kleineren Runde zum Austausch und zur Weiterbildung.

2008 fand in Berlin-Mitte die erste Fachtagung Astromedizin statt, veranstaltet von Birgit Böhmig und Petra Dörfert. Die Sektion Astromedizin besteht seit 1996 und nachdem bereits zwei Sammel-Bände mit unterschiedlichen Aufsätzen zu Medizin und Astrologie erschienen sind, ist nun ein Buch über „Astrologie und Homöopathie“ in Planung. Weiterlesen →

Das Fahrrad feiert Geburtstag

Wolfgang Döbereiner verdanke ich den Hinweis auf das rollende Rad und die Zuordnung zum dritten Haus im Horoskop. Das dritte Haus entspricht dem Zeichen Zwillinge im Tierkreis und Planet Merkur, der hier sein Domizil hat.

Heute vor 200 Jahren stellte Karl von Drais, ein Forstbeamter aus Karlsruhe, seine neue Erfindung vor, das Fahrrad oder Laufrad, wie es damals genannt wurde. Von seinem Wohnhaus in Mannheim radelte er nach Schwetzingen und zurück. Für die Strecke von rund 14 Kilometern benötigte er eine Stunde. Weiterlesen →