Von Asteroiden, Zentauren und Kometen

Im März wird es ein Online-Seminar zu Chiron geben, das ich zur Zeit vorbereite. Dabei habe ich spannende Entdeckungen gemacht. Als Chiron im Herbst 1977 von Charles T. Kowal entdeckt wurde, hielt man ihn für einen Kleinplaneten, ähnlich wie Ceres, Vesta und andere Himmelskörper, die im Asteroidengürtel angesiedelt sind.

Seit die amerikanische Weltraumbehörde im September 1977 (!) zwei Sonden Voyager 1 und 2 auf die weite Reise ins All schickte, wissen die Astronomen sehr viel mehr über das äußere Planetensystem und diese neuen Erkenntnisse könnten auch die Deutung Chirons verändern, der in der Astrologie-Szene primär als „verwundeter Heiler“ gesehen wird.

Doch erst einmal zurück zur Wissenschaft und einigen Fakten zu den Missionen im All. Bereits 1980 konnten die Voyager-Sonden sensationelle Aufnahmen von Saturn und seinem Ringsystem zur Erde funken. Später kamen Bilder von Uranus und Neptun dazu und unter anderem wurden zwei neue Monde Neptuns entdeckt. Inzwischen sind beide Sonden am Rand unseres Sonnensystems angekommen. Sie sind heute immer noch funktionstüchtig und erforschen jetzt den interstellaren Raum.

Was hat das nun alles mit Chiron zu tun? Von Beginn an wusste man um seine stark elliptische Umlaufbahn, die an ihrem erdnächsten Punkt die Saturn-Bahn kreuzt und am erdfernsten Punkt fast die Uranus-Bahn erreicht. Folgerichtig wurden ihm zunächst Eigenschaften zugeschrieben, die der Funktion eines Brückenbauers zwischen Saturn und den überpersönlichen Planeten entsprechen.

Die Namensfindung geschah in einer Zusammenarbeit von Astronomen und Astrologen. Das neue Objekt hieß zunächst Kowal und wenige Wochen später Chiron, benannt nach dem heilkundigen Zentaur in der griechischen Mythologie.

Seit den frühen neunziger Jahren sind nun rund 30 weitere sternartige Gebilde im Raum zwischen Jupiter und Neptun entdeckt worden, darunter Pholus und Nessus, im Mythos ebenfalls Zentauren. In Abgrenzung zu den Asteroiden, die sich zwischen Mars und Jupiter aufhalten, hat man für diese Himmelskörper eine neue Kategorie definiert. Alle Himmelskörper zwischen Jupiter und Neptun heißen jetzt Zentauren. Vermutlich stammen sie aus dem Kuipergürtel und waren einmal Kometen, die irgendwann erloschen sind.

Chiron im Horoskop ist also nicht nur eine Kraft, die uns helfen kann, den Konflikt zwischen uranischen Visionen und den Gesetzmäßigkeiten auf der Erde auszuhalten. Möglicherweise hat er aufgrund seiner Herkunft aus dem Kuipergürtel einen intuitiven Zugang zu den Kräften des kollektiven Unbewussten, die seit der Psychologie C.G. Jungs gerne mit den Planeten jenseits von Saturn assoziiert werden.

Gleichwohl erscheint es lohnend, noch einmal über die Gestalt eines Zentauren und seine symbolisch Bedeutung nachzudenken, wenn gleich eine ganze Gruppe von Botschaftern zwischen der Welt der sieben alten und drei neuen Planeten so genannt wird.

Diesen und anderen Fragestellungen werden wir anhand von Fallbeispielen und den Horoskopen der Teilnehmer im Online-Seminar zu Chiron nachgehen. Das Seminar findet an drei Abende im März statt und es gibt noch wenige freie Plätze.

Bildquellen:
Das Gemälde, das Chiron und Achill im wilden Ritt zeigt, ist von Eugène Delacroix und ist in der Wikipedia als gemeinfrei aufgeführt.

Die schöne Animation von Chirons Umlaufbahn ist aus der Wikipedia und dort unter einer CC BY-SA 4.0-Lizenz gelistet.

Saturn und die große Entschleunigung

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Außerhalb des Ruhrpotts wird es mal wieder niemand glauben, doch nachweislich wurde James Bond heute vor 100 Jahren in Bochum-Wattenscheid geboren. Nachlesen kann man das bei John Pearson, einem Freund von Ian Fleming, dem Autor der Romane um 007. Pearson hat die autorisierte Biografie von James Bond verfasst.

Natürlich wird der Geburtstag des berühmten und beliebten Geheimagenten hier groß gefeiert, u.a. mit einem eigenen Bier „James Blond“, mit schönen Postkarten und tollen Aktionen in Wattenscheid, Weiterlesen →

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