Neptunwelten sind lost?

Die Leserinnen und Leser, die regelmäßig vorbeischauen, haben mitbekommen, dass im März das zweite große Redesign der Astrologos-Seite stattgefunden hat. Nun habe ich die Geschichte dieser Website unter der Überschrift „Wie alles anfing“ ergänzt. Doch eine wichtige Information fehlt noch. Sie betrifft die Neptunwelten, genauer den Astroblog Neptunwelten, der im Februar 2007 als eine eigene Blogseite mit ersten Beiträgen zur Musik der Doors, dem Horoskop von Jim Morrison und dem Horoskop vonVirginia Woolf startete.

2010 wurden Astrologos und die Neptunwelten zusammengelegt und die Domain www.neptunwelten.de existierte für einen langen Zeitraum als URL des Astroblogs https://www.astrologos.de/neptunwelten. Mittlerweile sind die Neptunwelten sowohl inhaltlich als auch formal vollständig in den Astrologos-Seiten aufgegangen.

Zur Zeit funktioniert die URL zwar noch als Weiterleitung, aber genau genommen habe ich nun einen Domain-Namen übrig. Es gibt erste Ideen, die Neptunwelten als ein digitales Fische-Museum einzurichten, für all die unzähligen Geschenke, die ich in 45 Jahren als Astrologin und Fischegeborene bekommen habe.

Es ist nämlich so, dass es kaum einen Gegenstand gibt, der nicht irgendwann in Fische-Form gestaltet wurde. Von der Lampe über den USB-Stick zur Vase, Kugelschreiber, Messer, Fische-Tassen in unzähligen Variationen, bunte Tücher mit Fischen und T-Shirts… es wäre also ein schönes Hobby für den Ruhestand, alles angemessen zu fotografieren und zu präsentieren.

Zunächst aber soll hier das Gemälde „Dolphins Blues“ in voller Größe gezeigt werden. Viele Jahre schmückte ein Ausschnitt den Header des Neptunwelten-Blogs, es wurde das Headerbild der Astrologos-Startseite nach dem ersten Redesign im Juli 2010. Und noch heute sind Bildelemente im Design der Website wiederzufinden.

Neptuns leerer Swimmingpool

Vor einigen Wochen war ich als Astrologin und Tarotexpertin beim Frauenfilmfest in Köln. Dort habe ich an drei Tagen mehr Filme gesehen als üblicherweise in einem Jahr. Einer dieser Filme hat mir besonders gut gefallen. „Water makes us wet“, ein Roadmovie von Annie Sprinkle und Beth Stephens. Die beiden Frauen reisen mit ihrem Hund Butch in einem Campingmobil kreuz und quer durch Kalifornien, immer auf der Suche nach Wasser, das bekanntlich in diesem Landstrich der USA knapp ist.

Unterwegs interviewen sie einen älteren Mann, der am pazifischen Ozean lebt und über seine Liebe zum Meer spricht. Sie besichtigen ein Wasserwerk und besuchen den legendären Neptune Pool, der Verleger Randolph Hearst gehörte – und leider leer ist. Es ist ein wirklich beeindruckender riesiger Swimmingpool, der in den 30er Jahren gebaut wurde und heute noch für Events angemietet werden kann. Er taucht in Lady Gagas Musikvideo G.U.Y. auf oder in Stanley Kubricks Verfilmung von Spartakus.

An seiner Hauptachse ist dieses private Schwimmbad 29 Meter breit und 32 Meter lang. Es ist von Pavillons und Kolonnaden umgeben und Statuen von Neptun, einer Nereide und Venus stehen im Giebel des römischen Tempels, der das nördliche Ende des Pools schmückt. Prunkvoller geht es wohl kaum und es macht sicher Spaß, dort eine Runde zu schwimmen.

Aber die aktuelle Trockenheit und Wasserknappheit in Kalifornien führen dazu, dass der Swimmingpool Neptuns leer bleiben muss. Dennoch freue ich mich, von diesem Bauwerk erfahren zu haben. Und bedanke mich bei Annie Sprinkle und ihrer Frau für diesen Film und die Hommage an das Element Wasser. Sprinkles Horoskop ist übrigens in der Astrodatabank mit einem AA geratet. Die Uhrzeit steht auf ihrer Geburtsurkunde, Sy Scholfield hat sie von ihr per E-Mail bekommen.


Annie Sprinkle, 23. Juli 1954, 11. 34 Uhr (EDT), Philadelphia, USA
Datenquelle: Astrodatabank mit einem AA-Rating

Die Sonne auf 0 Grad Löwe im 10. Haus ist sehr dominant, der Mond im Stier erhöht, aber im 8. Haus. Man kann sich gut vorstellen, dass Sprinkle ihr Leben lang mit großer Lust und Freude Tabus gebrochen hat. Doch mit einer Merkur-Jupiter-Konjunktion im Krebs, Neptun in 1 und Venus an der Spitze von Haus 12 sieht man neben der Löwengrandezza auch eine starke Wasserbetonung, die mit einer Sensibilität und viel Feingefühl einhergeht – und wohlmöglich auch die Liebe zum Wasser und die Sorge um die Situation der Gewässer im Golden State erklärt.

Bildquellen: Das Gemälde von Neptun und Amphitrite hat Felice Giani 1803 gemalt, es ist in der Wikipedia als gemeinfrei aufgeführt. Das Foto von Neptuns Swimmingpool hat Jim Epler gemacht, es darf als Creative Common Lizenz BY-SA 2.5. verwendet werden.

Steinbock und Ziegenfisch

Zwischen Hoffen und Bangen und dem schlingernden Pandemiekurs der Politiker sitzt die Astroszene im Home-Office fest, gibt Seminare via Zoom, Skype oder MS Teams, schreibt Artikel und Bücher oder forscht und liest.

Ich habe auf den Tag genau vor 20 Wochen mein letztes Präsenz-Seminar abgehalten und warte – wie soviel Menschen – sehnsüchtig auf ein Ende der Corona-Maßnahmen. Bis es soweit ist, nutze ich die Zeit, um meine Kenntnisse der klassischen Astrologie und der Astrologie-Geschichte zu vertiefen. Bei den Recherchen zu einem Artikel für den Astrokalender 2022 bin ich in den letzten Tagen auf den Ziegenfisch gestoßen.

So hieß das Zeichen Steinbock bei den Sumerern und noch im Mittelalter finden wir den Ziegenfisch als Sternbild auf vielen Himmelskarten. Aus unserer heutigen Perspektive erscheint die Kombination des ehrgeizigen Steinbocks mit den weltfremden Fischen kaum nachvollziehbar. Der Name ist schnell erklärt: Immer, wenn das zehnte Zeichen im alten Zweistromland auf der Ekliptik erschien, konnte man im Meer Schwärme von Ziegenfischen fangen.

Doch besteht auch ein innerer Zusammenhang zwischen Steinbock und Fische, den beiden Zeichen, die im Tierkreis vor und hinter dem Wassermann zu finden sind. Der Mythos berichtet, dass Ziegengott Pan auf der Flucht vor einem Ungeheuer ins Meer springt und ein Fisch werden wollte. Das ist ihm aber nur zur Hälfte gelungen.

Das Monster, vor dem Pan und andere Götter fliehen und sich in Tiere verwandeln, ist Typhon. Er ist der Gott des Sturms und Vater der gefährlichen und warmen Winde. Damit sind wahrscheinlich die Wirbelstürme gemeint, die sich auf dem Meer bilden und großes Unheil anrichten können. Wer diese Geschichte symbolisch liest, versteht sofort, dass ein Beharrungsvermögen des Steinbocks in gefährlichen Situationen nicht immer hilfreich ist.

Denn die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit des Wassers und insbesondere des Fische-Zeichens kann vor Gefahren schützen. Stephen Arroyo zitiert in seinem Buch über die vier Elemente einen chinesischen Gelehrten des 11. Jahrhunderts wie folgt: Wasser gibt Hindernissen nach, doch seine Demut täuscht, denn keine Macht kann verhindern, dass es seinem vorbestimmten Lauf zum Meere folgt. Wasser erobert durch Nachgeben, es greift nie an, aber gewinnt immer die letzte Schlacht.

Ein letztes Bonmot zu Steinbock und Fische: Johann Gottfried Galle ist der Entdecker Neptuns. Er sichtete den neuen Planeten am 23. September 1846 in der Nähe des hellsten Sterns im Steinbock. Das ist Deneb Algedi, die Übersetzung des arabischen Namens lautet Schwanz des Ziegenböckchens.

Stundenhoroskop mit Neptun in 1 und „Estoy perdido“

Estoy perdido ist spanisch und heißt soviel wie „Ich habe mich verlaufen“ oder wörtlich „Ich bin verloren gegangen“. Das ist mir während meines letzten Urlaubs im Dezember 2017 passiert.

Beginn der Wanderung, 7. Dezember 2017, 12.48 Uhr (GMT), Valle Gran Rey, E
Datenquelle: Mein Reisetagebuch

Ich wusste es aber schon vorher, dass ich mich verlaufen würde, denn ich hatte mir für den Beginn meiner Wanderung ein Stundenhoroskop gestellt. (mehr …)

Gilles Deleuze und das Rhizom

Während meines Studiums habe ich viele Fremdwörter gelernt – und wieder vergessen. Das Rhizom ist eines dieser Worte, die mich bis heute begleiten. Rhizom ist in der Botanik ein Wurzelgeflecht, in der Philosophie des Gilles Deleuze eine anarchistische Form der Wissensorganisation, die er gemeinsam mit seinem Kumpel Félix Guattari bekannt machte. Rhizomanie, also die Kunst Rhizome zu bilden und in Rhizomen zu denken, war damals enorm populär. (mehr …)

… und danke für den Fisch

Es gibt viele kreative und visionäre Zeitgenossen unter den Fischen. Er war einer der fantasievollsten – und schon zu Lebzeiten Kult! Douglas Adams, heute vor 60 Jahren geboren und Erfinder eines großartigen Universums, in dem es verrückte Planeten, seltsame Orte und noch merkwürdigere Bewohner gibt. Allen voran der telepathisch-begabte Babelfisch, der im Ohr seines Bewohners unbewusste Gehirnströme aufnimmt und deshalb alle Sprachen verstehen kann. (mehr …)

Schrödingers Horoskop

Erwin Schrödinger war ein österreichischer Physiker, Philosoph und Nobelpreisträger. Er ist mit einem Katzenexperiment sehr populär geworden. Kurz gesagt geht es in diesem Experiment um eine Schlussfolgerung, die auf Gesetzmäßigkeiten der Quantenmechanik basiert. Schrödingers Katze ist dabei gleichzeitig tot und lebendig.

Schrödingers Katze ist tot und lebendig zugleichSchrödingers Cat via Fasel

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Alle Jahre wieder

Ich hatte es gestern zuerst in der Huffington Post gelesen, einer amerikanischen Onlinezeitung, die für gewöhnlich wohltuend progressiv agiert. Berichtet wurde, dass ein amerikanischer Astronom das 13. Tierkreiszeichen entdeckt habe und man wies darauf hin, dass nun alle Tierkreiszeichen nicht mehr richtig seien.

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Facts and Fiction

Der Roman Illuminati von Dan Brown mixt auf geschickte Weise Fakten und Fiktion. Das CERN am Genfer See, die geheimen Bibliotheken des Vatikan und die Stadt Rom sind Schauplätze des Geschehens.

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